Aktuelles

Between Chairs

Ein Ausstellungsprojekt des Bauhaus Lab der Stiftung Bauhaus Dessau in Zusammenarbeit mit dem HfG-Archiv Ulm.

Studio HfG, 3. Februar  18. März 2018
Between Chairs

Ausstellungsansicht Dessau. Fotografin: Kathrin Rutschmann

Im Sommer 1965 unterrichtet Hans Gugelot, Dozent an der HfG Ulm, am National Institut of Design (NID) in Ahmedabad, Indien. Gemeinsam mit dem indischen Designer Gajanan Upadhyay und Studierenden entwirft er eine Sitzkombination: die India Lounge, auch 24/42 Sessel genannt, ein Beispiel für das Zusammenwirken zweier Design-Ansätze. Das Systemdesign der Hochschule in Ulm und dem Low Cost Design aus Ahmedabad.

Die Kombination, gefertigt aus Teakholz und indischem Stoff, greift in Material und Herstellung auf lokale Handwerkstraditionen zurück und verbindet diese mit zeitgenössischem Design.

Die Zusammenarbeit in dieser Sommerwerkstatt ist schon damals Teil eines internationalen Netzwerkes. Auch spiegelt sie das Anliegen eines modernen Indiens wieder, aus dem heraus das National Institute of Design gegründet worden ist. Eine Schule, die im Lehrplan bewusst auch auf eigene Kulturen zurückgriff.

Die 1960er Jahre waren eine Zeit des Aufbruchs: Die beiden Hochschulen  die HfG Ulm und das NID in Ahmedabad  bildeten im geopolitischen Kontext von Kaltem Krieg und nationaler Unabhängigkeit, Nachkriegsmassenkonsum und Development einen besonderen Nährboden der Neubestimmung des Verhältnisses von Design und Gesellschaft. Der Dialog zwischen Deutschland und Indien erzählt vom Global Modernism, aber auch seinen Brüchen: Auf der einen Seite die HfG Ulm, die für eine radikale Verwissenschaftlichung von Design steht und 1968 schloss. Auf der anderen das NID Ahmedabad, ein Flaggschiff des modernen Indiens, das bis heute besteht.

Das Bauhaus Lab 2017, eine von der Stiftung Bauhaus Dessau getragene Sommerschule für junge Gestalter und Kuratoren, widmete sich 2017 dem India Lounge Chair, den Hans Gugelot in Ahmedabad entwarf. Die aus dem Projekt entstandene Ausstellung war von August bis Oktober 2017 im Bauhaus-Gebäude in Dessau zu sehen. Von dort übernimmt sie nun das HfG-Archiv nach Ulm.

Konzeption der Ausstellung Bauhaus LAB 2017. Between chairs. Dialogues on Craft and Design, Stiftung Bauhaus Dessau 2017

Eine Begleitpublikation ist erhältlich für 9,90 .

Führungen

Donnerstag, jeweils 18.30 Uhr: 8. Februar, 1. März 2018
Sonntag, jeweils 15.00 Uhr: 18. Februar, 18. März 2018

Eröffnung

Zur Eröffnung der Ausstellung am Freitag, 2. Februar 2018, 19 Uhr, laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich in die Mensa der ehemaligen Hochschule für Gestaltung ein.

Begrüßung
Dr. Martin Mäntele
Leitung HfG-Archiv

Zur Ausstellung
Dr. Regina Bittner
Stellv. Direktorin Stiftung Bauhaus Dessau
 

Hochschule für Gestaltung Ulm – Von der Stunde Null bis 1968
Neue ständige Ausstellung im HfG-Archiv Ulm

Von der Stunde Null bis 1968

Fotos, von links nach rechts: unbekannt, Ernst Fesseler, Wolfgang Siol, Wolfgang Siol, Ernst Fesseler, Wolfgang Siol © Ulmer Museum, HfG-Archiv Ulm

Unter dem Titel »Hochschule für Gestaltung Ulm: Von der Stunde Null bis 1968« zeigt das HfG-Archiv, eine Abteilung des Ulmer Museums, eine ständige Ausstellung zur Geschichte der legendären Ausbildungsstätte. In der Zeit ihres Bestehens zwischen 1953 und 1968 entwickelte sich die HfG Ulm zu einer der einflussreichsten Hochschulen für Gestalter weltweit. In Ulm entstanden so ikonische Entwürfe wie der »Ulmer Hocker«, das Stapelgeschirr »TC 100« und die als »Schneewittchensarg« berühmt gewordene Radio-Phono-Kombination »SK 4« der Firma Braun. Das an der HfG entwickelte »ulmer modell«, ein auf Wissenschaft und Technik basierendes Konzept des Designs, setzt bis heute Maßstäbe.

Die Präsentation erstreckt sich auf rund 275 Quadratmeter und zeigt mehr als 200 Exponate und zahlreiche Fotografien aus den umfangreichen Beständen des HfG-Archivs Ulm. In dieser dichten Auswahl und in dem besonders ansprechenden Zusammenhang des historischen Hochschulgebäudes kann die Geschichte der HfG so nur in Ulm erfahren werden.

Für die Ausstellungsgestaltung zeichnen Ruedi Baur und sein Team vom Laboratoire Irb Paris verantwortlich. Ihrem Gestaltungskonzept liegt die Idee zugrunde, das Archiv erlebbar zu machen.

Die Ausstellung gliedert sich in drei große Themenbereiche. Die Stunde Null und die Jahre vor der Gründung der HfG werden schlaglichtartig beleuchtet. Das Kernstück der räumlichen Inszenierung bilden zwei große Regalstrukturen. Das eine Regal stellt die Geschichte der HfG in chronologischer Abfolge dar, gemeinsam mit den in diesen Jahren entstandenen Entwürfen, Modellen und Projekten. Das zweite Regal führt von A bis Z ausgewählte Begriffe und Themen vor, die ganz unterschiedliche Aspekte der HfG Ulm beleuchten helfen. Ergänzend werden die Gründer der HfG, Inge Aicher-Scholl, Otl Aicher und Max Bill, dem Besucher nahegebracht. Zwei große Tische sind für wechselnde Präsentationen vorgesehen. Zur Eröffnung verwandeln sie sich in eine große Zeitung und präsentieren die Presseberichterstattung über die HfG Ulm an prägnanten Beispielen.

Das HfG-Archiv ist seit 1993 eine Abteilung des Ulmer Museums. Mit der Unterstützung von HfG-Ehemaligen, darunter der club off ulm e.v., richtete die Stadt Ulm schon 1987 das HfG-Archiv ein. 2011 bezog das HfG-Archiv Räume im Gebäude der ehemaligen Hochschule für Gestaltung am Hochsträß. Nach einer Erweiterung der Ausstellungsfläche kann das HfG-Archiv ab Herbst 2013 die neue ständige Ausstellung zur Geschichte der HfG Ulm so umfangreich wie nie zuvor präsentieren.

Die Ausstellung wurde unterstützt von der Abteilung für Kultur und Medien der Bundesregierung, dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg und der Stadt Ulm.