Gebäude

Aicher Luftbild

HfG und Ulmer Münster, 1955
Foto Otl Aicher

Aicher Luftbild

HfG bei Nacht, 1960
Foto Wolfgang Siol

»ein luftbild. wie von einem stadtmodell. vorn vor schwarzer wälderkulisse weisse gebäude, kuben, flach. kristalle mit fenstern, vielen fenstern, wie aus einem baukasten ein rechter winkel in einen hang gepuzzelt. dahinter im dunst, unordentlich, grau in grau, das gewirr der stadt. darüber, wie ein schemen vor dem glänzenden band der donau, das massiv des münsters, weit abgerückt, verschwindend. vergangenheit, die vergeht. vorn, weiß, die blöcke der zukunft. eine lichte burg der zukunft.«

»... und es gibt keinen anblick, der dem anderen gliche. die schule umwandern heißt sie in bewegung setzen. es gibt keinen punkt, auf den hin eine zentrale fassade gebaut wäre. von jedem punkt um die schule herum erscheinen die baumassen anders gegliedert, immer aber bietet sich ein scheinbar geschlossenes, endgültiges bild. nirgends tritt eine volumenkonzentration auf und nirgends ist ein zentrum erkennbar. außer dem 4stöckigen wohnturm sind alle gebäude höchstens 2stöckig. terrassengleich steigen sie den hang hoch. der beherrschende eindruck: grazilität, bewegtheit, vieldeutigkeit ...«

(Bernd Rübenach: der rechte winkel von ulm. Rundfunkessay 1959. Darmstadt 1987.)

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