Geschichte

Tomás Maldonado

Tomás Maldonado, 1966
Foto Roland Fürst

Horst Rittel

Horst Rittel, 1958
Foto Wolfgang Siol

»design ist wie geschichte, nicht
zwangsläufig, sondern gemacht«

(Otl Aicher, »archithese 15«, 1975)

In den 60er Jahren fand eine Verwissenschaftlichung der Lehre statt. Unter Dozenten wie dem Mathematiker Horst Rittel, dem Soziologen Hanno Kesting und dem Industrial-Designer Bruce Archer überwogen eine strenge, an mathematischen Operationen orientierte Methodik sowie analytische Studien z. B. zur Ergonomie oder Unternehmensanalyse. Intern hatte diese Ausrichtung massive Auseinandersetzungen zur Folge. Otl Aicher, Hans Gugelot, Walter Zeischegg und Tomás Maldonado widersetzten sich dieser Entwicklung und betonten dagegen, dass Gestaltung mehr als nur »analytische Methode« sein muss.

Folge der Diskussion war eine große Wanderausstellung, die 1963 zunächst in Ulm und Stuttgart gezeigt wurde, später in der »Neuen Sammlung« in München und im Stedelijk Museum Amsterdam. Hier präsentierte die Hochschule Ergebnisse aus dem Unterricht. Eine weitere Folge der grundsätzlichen Debatten war die Änderung der Hochschulverfassung und die Wiedereinführung eines auf eine Person beschränkten Rektorats, statt eines Kollegiums.

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